Tierweihnachten am Waldrand
Sascha Eilmus • 18. Dezember 2022
Tierweihnachten am Waldrand
Freund*innen der Offenland Stiftung pflanzen Sträucher Nähe Waldhaus Römer
Trotz klirrender Kälte haben am Samstag, den 17.12.2022, Freundinnen und Freunde der Offenland Stiftung einen Waldrand in der Nähe des Waldhaus Römer angelegt.
Die Aktion stand unter dem Namen „Tierweihnachten am Waldrand“ und folgte dem schönen Weihnachtsbrauch, Tieren zu Weihnachten Futter in den Wald zu bringen. Anstatt Tiere direkt zu füttern – was ja nur in Notzeiten notwendig ist – wurden typische, einheimische Strauchgehölze des Waldrands gesetzt. 17 Freiwillige, darunter auch die NaturFreunde Leverkusen e. V. und Vertreter der CDU Leverkusen, haben dem diesjährigen Motto der Stiftung „Waldrand“ folgend über 300 Gehölze wie Weißdorn, Hasel, Salweide und Faulbaum gesetzt. Am Ende wurden die jungen Pflanzen mit Totholz eingefasst, um etwas geschützt zu sein. Vorbereitend hatte ein befreundeter Landwirt den Boden entsprechend bearbeitet, dass trotz der kalten Temperaturen die Pflanzaktion durchgeführt werden konnte. Im Anschluss an die Pflanzaktion hatte das Waldhaus Römer die fleißigen Ehrenämtler zu einer wärmenden Suppe geladen.
Gehölze wie Weißdorn und Faulbaum bieten am Waldrand vielen Tieren das ganze Jahr über Nahrung. Ihre Blätter dienen unzähligen Insekten als Futter, ebenso wie die Blüten. Die Früchte dienen bis weit in den Winter hinein Vögeln und Kleinsäugern als Futter in der kalten Jahreszeit. Gut ausgebildete, artenreiche Waldränder sind leider sehr selten geworden. Meist prallt Wald oder Forst direkt auf Landwirtschaft, Bebauung oder Straßen. Platz für ein „unordentliches Dickicht“ zwischen Offenland und Wald räumen wir der Natur kaum noch ein. Dabei sind Waldränder besonders artenreich, da sich hier Pflanzen und Tiere des Offenlands und des Waldes begegnen und manche Arten den Waldrand sogar gegenüber anderen Lebensräumen bevorzugen. Der Waldrand mit seiner abgestuften Gehölzvegetation schützt außerdem den Wald vor Sturm und Hitze und ist ein Reservoir für Nützlinge, die wiederum Pflanzen des Waldes und des Offenlands von Schädlingen schützen. Unsere jetzt noch kleinen Pflanzen werden über die Jahre hoffentlich zu einer stattlichen Waldrandhecke heranwachsen!
Wir danken allen für ihre Unterstützung!
Ihr Team der Offenland Stiftung



Herzlichen Dank an Norbert Lüke für die Bilder!

Die Offenland Stiftung setzt ab sofort auf tatkräftige, vierbeinige Unterstützung im Naturschutz: Eine kleine Herde Zwergziegen übernimmt die Landschaftspflege rund um das historische Turbinenhaus in Diepental. Die tierischen Helfer sollen gezielt eingesetzt werden, um das unkontrollierte Wachstum von Brombeeren und invasiven Neophyten einzudämmen und so die biologische Vielfalt der Region zu stärken. Wir bedanken uns herzlich bei den Ziegenhaltern für diese wertvolle Unterstützung! Die Große Fläche des ehemaligen Rosenthaler Teichs wird bereits seit fast einem Jahr erfolgreich durch Wasserbüffel beweidet. Die Ziegen helfen uns nun dort, wo die Wasserbüffel nicht hinkommen: Entlang des Zauns und am Turbinenhaus, das nun ein Artschutzhaus ist. Die Umgebung des Turbinenhauses ist ein wertvoller Lebensraum, der aber nach Abschluß der Baumaßnahmen des Wupperverbands zunehmend von stark wuchernden Pflanzenarten bedroht wird. Besonders Brombeergestrüpp und gebietsfremde Pflanzen (Neophyten) verdrängen die heimische Flora und überwuchern wichtige Freiflächen z.B. für seltene Wildbienen-Arten. Da der Einsatz von schweren Maschinen in dem sensiblen Gelände oft unpraktisch oder ökologisch nicht sinnvoll ist, schlägt die Offenland Stiftung nun einen rein biologischen Weg ein. Zwergziegen eignen sich hervorragend für diese Aufgabe. Im Gegensatz zu Schafen, die vor allem Gras fressen, sind Ziegen ausgesprochene Knospen- und Rindenliebhaber. Mit großer Vorliebe knabbern sie dornige Brombeerranken ab und machen auch vor Neophyten nicht halt. Durch ihren selektiven Verbiss drängen sie die Dominanzbestände zurück und schaffen sprichwörtlich Raum für seltene, heimische Pflanzenarten. Die Offenland Stiftung lädt Spaziergänger und Naturinteressierte herzlich dazu ein, das Projekt vor Ort zu beobachten. Gleichzeitig wird darum gebeten, die Tiere nicht eigenmächtig zu füttern, da die Ziegen eine genau abgestimmte Diät aus den wild wachsenden Pflanzen benötigen, um ihre Aufgabe als Landschaftspfleger optimal zu erfüllen.

Der BioBlitz Leichlingen 2026 auf der Plattform Observation.org ist aktuell in vollem Gange und läuft seit dem 1. Januar über das gesamte Jahr bis Anfang Dezember 2026. In dieser Zeit werden kontinuierlich Beobachtungen von Pflanzen, Tieren und Pilzen im Stadtgebiet gesammelt und von der Community geprüft. Anders als bei einem kurzen Aktionstag handelt es sich um ein langfristiges Citizen-Science-Projekt, bei dem sich die Datensammlung besonders im Frühjahr und Sommer dynamisch entwickelt. Begleitend finden im Jahresverlauf Exkursionen und Veranstaltungen statt, die Interessierten helfen, Arten besser zu erkennen und zu dokumentieren. Am 21. April 2026 wurden von 54 Beobachter*innen bereits 2464 Beobachtungen von 731 Arten dokumentiert.







