Kinder pflanzen Tiere … und Zukunft!

Sascha Eilmus • 10. Mai 2022

Aktionstag Natur und Garten am 30.4.2022 im und am Gymnasium Odenthal
Kinder pflanzen Tiere … und Zukunft!

Wie schwierig es ist, Schulen und Kinder nachhaltig für Umwelt- und Artenschutz zu begeistern, kennen wir aus eigener Erfahrung. Prinzipiell sind Schulen schon daran interessiert, diese Themen in den Unterreicht einzubauen. Ausstellungszentren wie das NaturGut Ophoven werden besucht oder wir aktiven Naturschützer'innen kommen zu Besuch oder bieten eine Freilandaktion an. Aber im stressigen Schulalltag und bei der Umsetzung der allgemeinen Lehrpläne fehlt oft die Zeit und es bleibt bei einmaligen oder seltenen Aktionen.

Ich war daher begeistert, als Uschi Bornhütter mir eine Einladung zum Aktionstag Natur und Garten am 30.4.2022 im und am Gymnasium Odenthal geschickt hat. Offensichtlich ist da im Gymnasium Odenthal etwas langfristig und mit viel Liebe im Gange.

Schon vor 11 Uhr war ich also in Odenthal. Das direkt an der Dhünn gelegene Gymnasium mit viel Grün bietet gute Voraussetzungen für naturnahen Unterricht. Auf dem Schulhof waren schon zahlreiche Stände aufgebaut: Eine Tauschbörse für Gartenpflanzen, die die heimischen Insekten fördern, die Bergische Agentur für Kulturlandschaft, Naturgarten e.V., NABU Rhein Berg und RBN-Bergischer Naturschutzverein mit Saatgut und vielfältigen Tipps rund um Natur & Garten, Gemeinde Odenthal mit Energie- und Solarberatung durch die Klimaschutzbeauftragte Frau Monika Meves aus Leichlingen u.v.a. 
 
Aber es gab nicht nur die Infostände sondern auch ein umfangreiches Programm: Um 11 Uhr startete Frau Carola Hoppen von Naturgarten e.V. mit einem wunderbaren Überblick. Ihr Vortrag „Ein Garten für Tiere: Im eigenen Garten Lebensräume für Wildbienen, Schmetterlinge und Co. schaffen“ war praktisch der Rahmen des ganzen Programms, das unter dem schönen und Aufmerksamkeit erregenden Titel „Wir pflanzen Tiere“ kurz zusammengefasst wurde.

Anschließend stellten die Kinder der Natur AG des Gymnasiums Odenthal im Vortrag „Man kann nur schützen, was man kennt!“ ihre Eindrücke aus zahlreichen Aktionen wie der Untersuchung von Gewässern, einer Fledermausexkursion oder der naturnahen Begrünung des Schulhofs dar. So lernen Kinder heimische Natur, Pflanzen, Tiere und ökologische Zusammenhänge kennen. Aus ihren Schilderungen wurde deutlich, dass sie echte Begeisterung, Respekt und Verantwortungsgefühl für die Natur erlernt haben. Wirklich vorbildlich ist das Engagement des Lehrers Dr. Christoph Biesemann (Biologie und Chemie), der sich mit Herzblut für Natur-AG und Naturschutz in verschiedenen Fachgremien der Schule intensiv einsetzt. Ehrenamtlich unterstützt wird die Natur-AG seit Frühjahr 2021 durch Uschi Bornhütter vom Naturgartenverein, die mit anderen begeisterten Helfern*innen den Aktionstag mit organisiert und dafür Werbung gemacht hat.

Auch ohne den Aktionstag sind die Erlebnisse und Entdeckungen der Naturschutzgruppe als GO-Natur-Lehrpfad erlebbar: Mit Smartphones fotografieren die Kinder Pflanzen und Tiere und identifizieren die Lebewesen mit entsprechenden Apps. Die Fotos der Schüler*innen werden dann genutzt, einen interaktiven Naturlehrpfad Gymnasium Odenthal aufzubauen. So kann man auf www.go-natur.de die von Schüler*innen beobachtete Vielfalt der Natur am Gymnasium Odenthal mit entdecken.
 
Leider konnte ich an dem anschließenden Programm nicht mehr teilnehmen. Es folgte noch ein Rundgang, bei dem die auf dem Schulhof von den Kindern gestalteten Wildstaudenbeete erklärt wurden. Komplett ausgebucht waren die Workshops, die Christoph Biesemann mit vielen kompetenten Moderator*innen der Schule, unterstützt durch NABU und Agentur für Kulturlandschaft, organisiert hatte: Es wurden Insektennisthilfen und Fledermausquartiere gebaut, mit Pflanzen gefärbt und Wildkräutergerichte zubereitet.
 
Für 2023 steht für mich fest: Ich melde mich früher an und überlege mir, wie die Stiftung dieses Engagement fördern kann.

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Der BioBlitz Leichlingen 2026 auf der Plattform Observation.org ist aktuell in vollem Gange und läuft seit dem 1. Januar über das gesamte Jahr bis Anfang Dezember 2026. In dieser Zeit werden kontinuierlich Beobachtungen von Pflanzen, Tieren und Pilzen im Stadtgebiet gesammelt und von der Community geprüft. Anders als bei einem kurzen Aktionstag handelt es sich um ein langfristiges Citizen-Science-Projekt, bei dem sich die Datensammlung besonders im Frühjahr und Sommer dynamisch entwickelt. Begleitend finden im Jahresverlauf Exkursionen und Veranstaltungen statt, die Interessierten helfen, Arten besser zu erkennen und zu dokumentieren. Am 21. April 2026 wurden von 54 Beobachter*innen bereits 2464 Beobachtungen von 731 Arten dokumentiert.