Anlage zweier Insektenwiesen auf der Leichlinger Straße
Martin Denecke • 1. Juli 2022
Anlage zweier Insektenwiesen auf der Leichlinger Straße

Die Stadt Leverkusen ermöglicht die Anlage von Blühwiesen zur Förderung der Insektenvielfalt durch die Vergabe von innerstädtischen Flächen an Paten.
Die Offenland Stiftung (Martin Denecke) hat zwei solcher Flächen in der Leichlinger Straße in Leverkusen-Opladen in ihre Pflege genommen. Die Flächen wurden bis 2021 regelmäßig durch das Grünflächenamt der Stadt durch Mulchmahd „gepflegt“. Durch die Mulchmahd sah die Fläche zwar immer grün und „gepflegt“ aus, Blühpflanzen konnte sich allerdings kaum etablieren. Durch die Mulchmahd werden alle Lichtkeimer gehemmt, da das Mulchmaterial den Boden immer bedeckt. Lichtkeimer brauchen aber offene, kleine Bodenflächen mit Licht, damit ihre Samen keimen können. Durch die Mulchmahd werden auch die ohnehin schon wenigen Insekten regelmäßig geschreddert. Beide Flächen wurden leider auch vielfach als Hundtoilette missbraucht. Hundekot sorgt für eine Überdüngung der Fläche, so dass nur Gras aber keine Blühpflanzen eine Chance haben.
Die Offenland Stiftung und einige Anwohner sorgen nun durch gezielte Einsaat sowie ein- bis zweimalige Mahd pro Jahr mit einem Balkenmäher für eine ökologische Pflege der Flächen. Obwohl die beiden Flächen erst seit einem knappen Jahr in der Umstellung sind, hat sich eine wesentlich reichhaltigere Flora und Fauna eingefunden. So lassen sich jetzt schon zahlreiche Wildbienen, Heuschrecken und Schwebefliegen auf Schafgarbe, Johanniskraut, Rotklee und Königskerze beobachten. Sicherlich wird es in den nächsten Jahren mehr!
Ihr Offenland Team!

Die Offenland Stiftung setzt ab sofort auf tatkräftige, vierbeinige Unterstützung im Naturschutz: Eine kleine Herde Zwergziegen übernimmt die Landschaftspflege rund um das historische Turbinenhaus in Diepental. Die tierischen Helfer sollen gezielt eingesetzt werden, um das unkontrollierte Wachstum von Brombeeren und invasiven Neophyten einzudämmen und so die biologische Vielfalt der Region zu stärken. Wir bedanken uns herzlich bei den Ziegenhaltern für diese wertvolle Unterstützung! Die Große Fläche des ehemaligen Rosenthaler Teichs wird bereits seit fast einem Jahr erfolgreich durch Wasserbüffel beweidet. Die Ziegen helfen uns nun dort, wo die Wasserbüffel nicht hinkommen: Entlang des Zauns und am Turbinenhaus, das nun ein Artschutzhaus ist. Die Umgebung des Turbinenhauses ist ein wertvoller Lebensraum, der aber nach Abschluß der Baumaßnahmen des Wupperverbands zunehmend von stark wuchernden Pflanzenarten bedroht wird. Besonders Brombeergestrüpp und gebietsfremde Pflanzen (Neophyten) verdrängen die heimische Flora und überwuchern wichtige Freiflächen z.B. für seltene Wildbienen-Arten. Da der Einsatz von schweren Maschinen in dem sensiblen Gelände oft unpraktisch oder ökologisch nicht sinnvoll ist, schlägt die Offenland Stiftung nun einen rein biologischen Weg ein. Zwergziegen eignen sich hervorragend für diese Aufgabe. Im Gegensatz zu Schafen, die vor allem Gras fressen, sind Ziegen ausgesprochene Knospen- und Rindenliebhaber. Mit großer Vorliebe knabbern sie dornige Brombeerranken ab und machen auch vor Neophyten nicht halt. Durch ihren selektiven Verbiss drängen sie die Dominanzbestände zurück und schaffen sprichwörtlich Raum für seltene, heimische Pflanzenarten. Die Offenland Stiftung lädt Spaziergänger und Naturinteressierte herzlich dazu ein, das Projekt vor Ort zu beobachten. Gleichzeitig wird darum gebeten, die Tiere nicht eigenmächtig zu füttern, da die Ziegen eine genau abgestimmte Diät aus den wild wachsenden Pflanzen benötigen, um ihre Aufgabe als Landschaftspfleger optimal zu erfüllen.

Der BioBlitz Leichlingen 2026 auf der Plattform Observation.org ist aktuell in vollem Gange und läuft seit dem 1. Januar über das gesamte Jahr bis Anfang Dezember 2026. In dieser Zeit werden kontinuierlich Beobachtungen von Pflanzen, Tieren und Pilzen im Stadtgebiet gesammelt und von der Community geprüft. Anders als bei einem kurzen Aktionstag handelt es sich um ein langfristiges Citizen-Science-Projekt, bei dem sich die Datensammlung besonders im Frühjahr und Sommer dynamisch entwickelt. Begleitend finden im Jahresverlauf Exkursionen und Veranstaltungen statt, die Interessierten helfen, Arten besser zu erkennen und zu dokumentieren. Am 21. April 2026 wurden von 54 Beobachter*innen bereits 2464 Beobachtungen von 731 Arten dokumentiert.







