Neues aus den Gebieten
Sascha Eilmus • 19. September 2021
Neues aus den Gebieten und anstehende Pflegeeinsätze

Momentan finden jede Woche Arbeiten in verschiedenen Pflegegebieten statt. Bei vielen Arbeiten helfen uns Landwirte, so dass viele Wiesen bereits gemäht sind. Wegen der großen Nässe der Böden ist aber dieses Jahr nicht überall eine optimale Mahd möglich. Diese Flächen schonen wir jetzt und werden uns im Winter oder zeitigen Frühjahr darum kümmern.
Die nächsten gemeinsamen Pflegeeinsätze, zu denen wir Sie herzlich einladen, sind:
Rothenberg - Orchideenwiesen: 25.09.2021 um 10 Uhr - Abräumen des Mähguts.
Gronenborn I: 02.10.2021 mit "Catering"
Gronenborn II: 30.10.2021 mit "Catering"
Wenn Sie mithelfen wollen, melden Sie sich einfach kurz per Email bei uns.
Weitere Neuigkeiten:
- Auch in sehr kleinen Bächen hat sich schon lange in unserem Gebiet der Signalkrebs - eine invasive Flusskrebsart aus Nordamerika - angesiedelt (Bild).
- Ausgesamte Blütenstände der Orchideen lassen sich jetzt in den Gebieten vor der Mahd noch leicht finden (Bild).
- In Rothenberg hatten wir in den letzten Jahren auf eine eingezäunten Fläche Schafe als "Helfer" bei der Pflege. Dieses Jahr sind es erstmalig Pferde. Die natürliche Beweidung von geringer Dauer und mit wenigen Tieren stellt eine optimale Alternative zur maschinellen Mahd dar, ist aber leider nur auf wenigen unserer Flächen möglich. Pferde schaffen besonders viele spezielle Mikrohabitate wie beispielsweise Staubbäder, die nachfolgend besonders gut von vielen Insekten wie bodennistenden Wildbienen angenommen werden (Bild).
- Eine Fledermausbeobachtung mit Mechtild Höller vom NABU und den Betreibern des Naturfreundehaus erbrachte am 11. September am artenreichen Waldrand von Leichlingen-Balken einer Ausbeute von 3 verschiedenen Arten: Zwergfledermäuse waren fast ununterbrochen zu hören und zu sehen, Wasserfledermaus und Abendsegler waren ebenfalls dabei. Für Frau Höller war das trotz der späten Beobachtung im Jahr eine sehr ordentliche Ausbeute. Sie führt dies auf die noch guten Insektenbestände in diesem Bereich zurück. Der Waldrand von Leichlingen-Balken mit seinen großen Vorkommen von Hirschkäfern, Maikäfern, Glühwürmchen und zahlreichen anderen Insekten ist ein sensibles und daher unbedingt schutzwürdiges Habitat. Wegen des guten Ergebnis werden wir im nächsten Jahr unter Anleitung der Fledermausexpertin Höller regelmäßige Fledermausuntersuchungen durchführen.
Ihr Offenland Team!

Die Offenland Stiftung setzt ab sofort auf tatkräftige, vierbeinige Unterstützung im Naturschutz: Eine kleine Herde Zwergziegen übernimmt die Landschaftspflege rund um das historische Turbinenhaus in Diepental. Die tierischen Helfer sollen gezielt eingesetzt werden, um das unkontrollierte Wachstum von Brombeeren und invasiven Neophyten einzudämmen und so die biologische Vielfalt der Region zu stärken. Wir bedanken uns herzlich bei den Ziegenhaltern für diese wertvolle Unterstützung! Die Große Fläche des ehemaligen Rosenthaler Teichs wird bereits seit fast einem Jahr erfolgreich durch Wasserbüffel beweidet. Die Ziegen helfen uns nun dort, wo die Wasserbüffel nicht hinkommen: Entlang des Zauns und am Turbinenhaus, das nun ein Artschutzhaus ist. Die Umgebung des Turbinenhauses ist ein wertvoller Lebensraum, der aber nach Abschluß der Baumaßnahmen des Wupperverbands zunehmend von stark wuchernden Pflanzenarten bedroht wird. Besonders Brombeergestrüpp und gebietsfremde Pflanzen (Neophyten) verdrängen die heimische Flora und überwuchern wichtige Freiflächen z.B. für seltene Wildbienen-Arten. Da der Einsatz von schweren Maschinen in dem sensiblen Gelände oft unpraktisch oder ökologisch nicht sinnvoll ist, schlägt die Offenland Stiftung nun einen rein biologischen Weg ein. Zwergziegen eignen sich hervorragend für diese Aufgabe. Im Gegensatz zu Schafen, die vor allem Gras fressen, sind Ziegen ausgesprochene Knospen- und Rindenliebhaber. Mit großer Vorliebe knabbern sie dornige Brombeerranken ab und machen auch vor Neophyten nicht halt. Durch ihren selektiven Verbiss drängen sie die Dominanzbestände zurück und schaffen sprichwörtlich Raum für seltene, heimische Pflanzenarten. Die Offenland Stiftung lädt Spaziergänger und Naturinteressierte herzlich dazu ein, das Projekt vor Ort zu beobachten. Gleichzeitig wird darum gebeten, die Tiere nicht eigenmächtig zu füttern, da die Ziegen eine genau abgestimmte Diät aus den wild wachsenden Pflanzen benötigen, um ihre Aufgabe als Landschaftspfleger optimal zu erfüllen.

Der BioBlitz Leichlingen 2026 auf der Plattform Observation.org ist aktuell in vollem Gange und läuft seit dem 1. Januar über das gesamte Jahr bis Anfang Dezember 2026. In dieser Zeit werden kontinuierlich Beobachtungen von Pflanzen, Tieren und Pilzen im Stadtgebiet gesammelt und von der Community geprüft. Anders als bei einem kurzen Aktionstag handelt es sich um ein langfristiges Citizen-Science-Projekt, bei dem sich die Datensammlung besonders im Frühjahr und Sommer dynamisch entwickelt. Begleitend finden im Jahresverlauf Exkursionen und Veranstaltungen statt, die Interessierten helfen, Arten besser zu erkennen und zu dokumentieren. Am 21. April 2026 wurden von 54 Beobachter*innen bereits 2464 Beobachtungen von 731 Arten dokumentiert.









